FAQ (frequently asked question)
Was ist 'Lokale Agenda 21'?Die 'Lokale Agenda 21' ist eines der wichtigsten Ergebnisse der UNO-Konferenz für Umwelt und Entwicklung von Rio de Janeiro im Jahr 1992. Sie ist ein umfassender Problemkatalog mit Massnahmen zur Gewährleistung einer wirtschaftlich, sozial und ökologisch nachhaltigen, zukunftsbeständigen Entwicklung im 21. Jahrhundert. An der Nachfolgekonferenz vom September 2002 in Johannesburg wurde dieses Prinzip und die besondere Bedeutung des lokalen Ansatzes nochmals explizit bekräftigt. In der Schweiz ist die nachhaltige Entwicklung als grundlegende Staatsaufgabe seit 1998 in der Bundesverfassung verankert.
Was ist 'nachhaltige Entwicklung'?
1987 hat die Weltkommission für Umwelt und Entwicklung, die nach ihrer Präsidentin benannte Brundtland-Kommission, eine Definition für nachhaltige Entwicklung verabschiedet, die inzwischen allgemein anerkannt ist. Danach gewährleistet eine nachhaltige Entwicklung, 'dass die Bedürfnisse der heutigen Generation befriedigt werden, ohne die Möglichkeiten künftiger Generationen zur Befriedigung ihrer eigenen Bedürfnisse zu beeinträchtigen.'
Künftige Generationen sollen ebenso ein Anrecht auf eine intakte Welt haben wie wir selbst. Nachhaltige Entwicklung bedeutet jedoch mehr als 'blosser' Umweltschutz. Wirtschaftliches Wohlergehen ist ebenso wie die Erhaltung der natürlichen Lebensgrundlagen Voraussetzung für die Befriedigung materieller und immaterieller Bedürfnisse. Und nur eine solidarische Gesellschaft ist in der Lage, die erworbenen wirtschaftlichen Güter und Chancen gerecht zu verteilen, die gesellschaftlichen Werte zu bewahren sowie die Nutzung der natürlichen Ressourcen effizient und wirksam zu organisieren. Nachhaltige Entwicklung bezieht sich demzufolge gleichwertig auf die drei Bereiche Wirtschaft, Umwelt und Gesellschaft.
Wie funktioniert eine 'Lokale Agenda'?
Dass es angesichts der Unterschiedlichkeit der Voraussetzungen kein weltweit anwendbares einheitliches Konzept für eine nachhaltige Entwicklung geben kann, leuchtet ein. Folgerichtig fordert die Agenda denn auch eine Definition der Ziele auf lokaler Ebene, individuell abgestimmt auf die jeweiligen Rahmenbedingungen. Behörden, Unternehmen, Organisationen und die Bevölkerung sollen ihren riesigen Fundus an Fähigkeiten und Ideen gemeinsam nutzen und gemeinsam Strategien erarbeiten. Durch die Zusammenarbeit dieser Kräfte und die Integration von ökologischer Nachhaltigkeit, ökonomischer Verträglichkeit und sozialer Gerechtigkeit sollen aktuelle Fragen beantwortet und gemeinsam Ziele und Pläne für die langfristige Sicherung der Lebensqualität geschmiedet werden, die von allen getragen werden.
Wie soll die 'Lokale Agenda 21' in Riehen funktionieren?
Die Kommission 'Lokale Agenda 21' ist vom Gemeinderat damit beauftragt worden, das auf den ersten Blick abstrakte Postulat 'nachhaltiges Handeln' anhand eines jährlich wechselnden Mottos fassbar zu machen. Bevölkerung, Unternehmen, politische Gremien und die Verwaltung sollen dadurch motiviert werden, den Aspekt Nachhaltigkeit konsequent in möglichst alle ihre Entscheidungen mit einzubeziehen. Das Jahresmotto wird jeweils im Herbst vom Gemeinderat auf Antrag der Kommission festgelegt.
Die Gemeinde Riehen hat in den vergangenen Jahren bereits in verschiedenen Bereichen Entwicklungen lanciert, welche gemäss der Definition von Nachhaltigkeit mustergültig sind - beispielsweise im Energiebereich. Darum wird sich die Kommission darauf konzentrieren, in ganz unterschiedlichen Bereichen Entwicklungen zu unterstützen oder zu initiieren, welche der konsequenten Verankerung des Nachhaltigkeitsprinzips in unserer Gemeinde dienen.
Weil blosse theoretische Information erfahrungsgemäss auf wenig Resonanz stösst, will die Kommission 'Nachhaltigkeit' anhand von Musterprojekten fassbar machen. Dabei soll konsequent darauf geachtet werden, dass keine kostenintensiven Parallelstrukturen aufgebaut werden.




